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zucken und zwinkern

In den Räumen der hans-kock Stiftung, kiel 2017, wurden Ikats und übermalte Filmstills gezeigt. Die gezeigten Ikats sind in Ostindonesien gefärbte und gewebte Tücher aus der Sammlung des Künstlers. er hat sich auf seinen Reisen durchs südostasiatische Archipel, mit den Stoffen aus ethnologischer Perspektive viele Jahre beschäftigt. Parallel dazu entstand aus der filmischen Beobachtung der Webtechniken zahlreiches Material aus dem die übermalten Standbilder stammen. Die in der Ausstellung gezeigten Filmstills sind jedoch kein Kommentar zu den ostindonesischen Tüchern. Vielmehr entsteht durch die Präsentation zweier divergierender Bildvorstellungen und deren zahlreichen transformationen, ein spanungsfeld aus sehr unterschiedlichen kulturellen Systemen in dem Erfahrung, Wahrnehmung und Durchdringung migrierender Bilder thematisiert werden.

Es geht aber auch um Kontextualisierung. Einerseits der künstlerischen Praxis westlicher urbaner Kultur und anderseits tradierter kultureller Vorstellungen, die ihren bildnerischen Ausdruck scheinbar anders finden. Gleichwohl unterliegt die Herstellung strukturell ähnlichen Bedingungen. Es geht um das handwerkliche und symbolische Wissen, welches immer wieder zu sich wandelnden ästhetischen ergebnissen führt. Das handwerkliche ist zumeist am Objekt ablesbar, das symbolische Wissen bedarf jedoch der Analyse und Vermittlung kultureller Zusammenhänge.

der titel der installation 'zucken und zwinkern' geht auf den britischen Sprachphilosophen Gilbert Ryle (1900-1976) zurück. Vereinfachend gesagt geht es um eine dichte Beschreibung kultureller Systeme.

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übermaltes filmstill, werknr.1058, digitalprint, acryl auf dibond